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Ratgeber Adipositas permagna

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Adipositas Permagna
Therapie von Adipositas

Menschen mit einer schweren Adipositas ab einem Body-Mass-Index von 40 kg/m² werden in der Regel vom Arzt mit der Diagnose Adipositas permagna zum Chirurgen überwiesen. Es gibt verschiedene Operationsmethoden, die bei der Therapie von Adipositas infrage kommen können. Dazu gehören die Magenverkleinerung mittels eines Magenbandes, der Magenbypass und die Schlauchmagenoperation mit oder ohne duodenalen Switch. Alle diese Verfahren sollen dazu dienen, die aufgenommene Nahrungsmenge zu reduzieren und gegebenenfalls für eine verminderte Aufnahme von Nährstoffen wie Fetten in den Körper zu sorgen. Auch eine medikentöse Therapie mit Appetitzüglern oder Medikamenten, die eine Hemmung der Fettaufnahme im Magen-Darm-Trakt herbeiführen, ist unter Umständen möglich.

Therapie von Adipositas

Neben den drei Säulen einer Therapie bei Adipositas, bestehend aus Ernährungs-, Verhaltens- und Bewegungstherapie, gibt es zudem die Möglichkeit verschiedener operativer Eingriffe bei Adipositas. Diese Option sollte allerdings nur bei besonders schwerwiegenden Fällen der Adipositas, also einer Adipositas permagna, in Betracht gezogen werden bzw. dann eingesetzt werden, wenn anderweitig keine Therapieerfolge erzielt werden können oder bei leichteren Graden schwere Folgeerkrankungen auftreten. Der Arzt überweist in diesen Fällen den Betroffenen mit der Diagnose Adipositas permagna an einen entsprechenden Chirurgen.

Operative Eingriffe zur Therapie von Adipositas

Ein chirurgischer Eingriff ist generell nur dann angezeigt, wenn entweder eine Adipositas permagna vorliegt oder eine starke Adipositas vom Grad II mit schwerwiegenden Folgeerkrankungen einhergeht. Generell wird ein operativer Eingriff nur dann in Betracht gezogen, wenn sich bei einer konservativen Therapie von Adipositas nicht die gewünschten Erfolge einstellen.

Die Magenverkleinerung

Das am häufigsten eingesetzte Operationsverfahren zur Therapie von Adipositas ist die Magenverkleinerung, z. B. durch das Einsetzen eines anpassbaren Magenbandes aus Silikon. Diese Verkleinerung bewirkt, dass die Patienten nach der Operation nur noch kleine Nahrungsmengen zu sich nehmen können. Das Magenband wird in der Regel minimal invasiv eingesetzt. Das bedeutet, der Eingriff hinterlässt keine größere Operationswunde. In den meisten Fällen erfolgt die Operation über eine Bauchspiegelung (Laparoskopie).

Der Magenbypass

Beim Magenbypass, auch Roux-en-Y-Magenbypass genannt, wird ein großer Bereich des Magens abgetrennt, sodass nur noch ein kleiner Teil des Magens in Funktion ist. Dadurch können die Patienten nach der Operation nur noch kleine Mengen Nahrung aufnehmen, das Sättigungsgefühl setzt schneller ein. Darüber hinaus wird der Dünndarm durchtrennt und mit diesem kleineren Teil des Magens verbunden. Auf diese Weise wird der Weg über den Zwölffingerdarm umgangen, was den zusätzlichen Effekt hat, dass nicht alle Nahrungsbestandteile vom Körper aufgenommen werden und somit weniger Fette in den Körper gelangen.

Die Schlauchmagenoperation

Bei Menschen, die an einer extremen Adipositas mit einem BMI über 55 kg/m² erkrankt sind, kann eine Schlauchmagenoperation infrage kommen. Die Operation kann unter Umständen aus zwei Teilen bestehen. Im ersten Schritt wird ein Teil des Magens entfernt, sodass ein schlauchförmiger Restmagen im Körper verbleibt. Auf diese Weise wird eine verminderte Nahrungsaufnahme herbeigeführt. Kommt es zu der Folgeoperation, der biliopankreatischen Teilung mit duodenalem Switch, wird der Zwölffingerdarm durchtrennt und mit dem unteren Teil der Dünndarmschlinge verbunden. Dadurch erfolgt eine Reduzierung der aufgenommenen Nahrung und Nährstoffe.

Eine Operation bei Adipositas setzt voraus, dass der Patient bereit ist, seinen Lebensgewohnheiten nach der Operation entsprechend zu ändern. Dazu gehören ausreichend Bewegung und eine gesunde, ausgewogene Ernährungsweise. Nur so kann der durch die Operation erzielte Gewichtsverlust langfristig beibehalten und die Therapie von Adipositas erfolgreich werden.

Lydia Köper

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Diagnose Adipositas-Permagna

Bei der Diagnose von Adipositas spielen neben dem Gewicht, der Body-Mass-Index, die Fettverteilung und der Taillenumfang eine wichtige Rolle. Bei einem Body-Mass-Index von über 30 kg/m² spricht man von Adipositas. Liegt der Body-Mass-Index über 40 kg/m² lautet die Diagnose Adipositas permagna. Bei der Fettverteilung unterscheidet man zwischen dem weiblichen und dem risikoreicheren männlichen Fettverteilungstyp, der mit vermehrtem Bauchfett einhergeht. Eine Blutanalyse kann helfen, sowohl Erkrankungen, die die Adipositas begünstigen, als auch durch die Adipositas entstandene Folgeerkrankungen zu diagnostizieren. Auch eine Messung des Blutdrucks sowie ein Elektrokardiogramm können bei der Diagnose von Adipositas zum Einsatz kommen.

Bei Adipositas handelt es sich um eine Erkrankung, die mit einer starken Erhöhung des Körpergewichts- und fetts einhergeht. Adipositas wird auch als Fettleibigkeit bezeichnet und kann mit verschiedenen Symptomen und Folgeerkrankungen einhergehen. Zu den Symptomen können körperliche Beschwerden wie Rücken- und Knieprobleme gehören, aber auch psychische Auswirkungen wie ein mangelndes Selbstwertgefühl aufgrund von Ausgrenzung können auftreten. Folgeerkrankungen, die bei Adipositas auftreten können, sind unter anderem Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Lungenerkrankungen. Bereits Kinder können von Adipositas betroffen sein. Die schwerste Form der Adipositas ist die Adipositas permagna, die bei einem Body-Mass-Index von über 40 kg/m² diagnostiziert wird.

Eine positive Energiebilanz, also eine Zufuhr von Energie in Form von Nahrung, die den Bedarf des Körpers übersteigt, trägt zur Entstehung von Adipositas bei. Der Körper speichert nicht benötigte Kohlenhydrate und Fette in Fettzellen. Kommt es also über eine längere Zeit zu einer erhöhten Nahrungsaufnahme, vermehrt sich auch die Zahl der Fettzellen im Körper. Zunächst kommt es zu Übergewicht, gefolgt von Adipositas bis hin zur schwerwiegendsten Form, der Adipositas permagna. Verschiedene Faktoren können die Entstehung von Adipositas beeinflussen. Dazu gehören neben einem falschen Essverhalten und zu wenig Bewegung, auch das Vorhandensein anderer Erkrankungen oder die Einnahme von Medikamenten.