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Ratgeber Adipositas permagna

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Adipositas Permagna
Wissenswertes zu Adipositas

Adipositas wird, je nach Body-Mass-Index, in drei verschieden Stadien eingeteilt. Die grundlegende Therapie bei Adipositas besteht aus den drei Bausteinen Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie. Bei der Ernährungstherapie sollen die Betroffenen lernen, bei der Nahrung darauf zu achten, dass diese ausgewogen ist und in den richtigen Mengen zu sich genommen wird. Wichtig ist, dass die Umstellung der Ernährung dauerhaft erfolgt. In der Verhaltenstherapie lernen die Betroffenen Strategien im Umgang mit dem Essen. Dadurch soll zu schnelles oder unbewusstes Essen vermieden werden. Die Bewegungstherapie soll dabei helfen, Körpergewicht zu verlieren und den Gewichtsverlust beizubehalten. Bereits mehr Bewegung im Alltag kann hilfreich sein.

Wissenswertes zu Adipositas

Neben der Einteilung in Untergewicht, Normalgewicht, Übergewicht und Adipositas über die Berechnung des Body-Mass-Index (BMI) können zudem auch verschiedene Schweregrade der Adipositas unterschieden werden. Bei einem BMI von 30 bis 34,9 kg/m² spricht man von einer Adipositas Grad I, bei einem BMI von 35 bis 39,9 kg/m² von einer Adipositas Grad II und bei einem BMI > 40 kg/m² von einer Adipositas Grad III bzw. einer Adipositas permagna.

Die drei Säulen der Therapie von Adipositas

Die Therapie von Adipositas basiert auf einer dauerhaften Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten der von Adipositas Betroffenen. Grundlegend sind drei verschiedene Säulen der Therapie:

  • Ernährungstherapie
  • Verhaltenstherapie
  • Bewegungstherapie

Ernährungstherapie bei Adipositas

Die Ernährungstherapie hat das Ziel, den Adipositas Betroffenen beizubringen, sich ausgewogen zu ernähren und die richtige Menge zu essen. Eine gesunde Diät einzuhalten heißt also nicht zwingend, auf alles verzichten zu müssen, sondern durch die Therapie einen ausgewogenen Zustand zu erlangen. Um jedoch Gewicht zu reduzieren, was bei der Therapie von Adipositas zwingend erforderlich ist, muss ein Kaloriendefizit erzielt werden. Mittel der Wahl dazu ist in der Regel eine ausgewogene und ballaststoffreiche Mischkost. Von einseitigen Diäten zur Therapie von Adipositas hingegen ist abzuraten, da sie gesundheitliche Risiken bergen. Bei jeder Diät muss unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.

Wichtig ist, dass die an einer Adipositas leidenden Personen durch die Therapie lernen, ihre Ernährung dauerhaft umzustellen. Denn mit dem Gewichtsverlust sinkt auch der grundlegende Energieverbrauch des Körpers. Wird nach einer Gewichtsreduktion zu den alten Essgewohnheiten zurückgekehrt, kann sich kein dauerhafter Erfolg einstellen und die verlorenen Kilos sind meist schnell wieder da.

Verhaltenstherapie bei Adipositas

In den meisten Fällen reicht eine bloße Umstellung des Speiseplanes nicht aus, um eine dauerhafte Reduktion des Körpergewichts zu erzielen. Ein Problem übergewichtiger bzw. an Adipositas erkrankter Menschen ist häufig ein zu hastiges Essen. Dies hat zur Folge, dass sich das Sättigungsgefühl erst verzögert einstellt – also erst dann, wenn bereits über das erforderliche Maß hinaus gegessen wurde. Ein normales, langsameres Essen muss von den an Adipositas Erkrankten erlernt werden. Hilfreich zur Aufdeckung unbewusster Kalorienquellen kann z. B. das Führen eines Ernährungstagebuches sein. In einer Verhaltenstherapie können zudem Strategien entwickelt werden, mit Problemen, Stress und Angst anders umzugehen, als durch Essen das eigene Unwohlsein zu kompensieren.

Bewegungstherapie bei Adipositas

Körperliche Aktivität verbraucht zusätzliche Energie und ist daher ein entscheidender Faktor bei einer Reduktion und Stabilisierung des Körpergewichts. Art und Intensität der Bewegung sollten unbedingt auf den Zustand des Patienten angepasst sein und Rücksicht nehmen auf bestehende Folgeerkrankungen der Adipositas, wie beispielsweise Arthrosen. Dabei kommt es keinesfalls darauf an, sportliche Höchstleistungen zu erbringen. Vielmehr sollten für jeden Patienten Sportarten gefunden werden, die Spaß machen und so auch dauerhaft ausgeübt werden.

Hilfreich bei Adipositas können zudem kleine Veränderungen sein, die im beruflichen Alltag bei überwiegend sitzenden Tätigkeiten zu mehr Bewegung führen. So können beispielsweise täglich zu brauchende Dinge vom Schreibtisch entfernt werden, sodass aufgestanden werden muss, um sie zu erreichen. Telefonate können von einem Stehpult aus geführt werden. Bei kleinen Wegen im Alltag sollte auf das Auto verzichtet werden und statt Aufzug oder Rolltreppe die Treppe benutzt werden.

Lydia Köper

18. August 2017
Übergewicht und Adipositas erhöhen das Risiko für Folgeerkrankungen deutlich. Daher sollte eine Gewichtsabnahme erfolgen.
  
16. Februar 2017
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28. Oktober 2016
Frauen mit Adipositas, die eine Operation zur Gewichtsabnahme in Anspruch genommen haben, sollten zwei bis drei Jahre mit ihrem Kinderwunsch warten.
  
28. September 2016
Für Kinder mit Adipositas ist es wichtig, auch im Anschluss an die Reha weiter betreut zu werden. Dabei ist sowohl eine Unterstützung auf fachlicher Ebene als auch durch die Eltern relevant.
  
22. September 2016
Bei Adipositas werden vermehrt sog. Zytokine, Signalstoffe des Immunsystems ins Blut abgegeben. Dadurch kann es schneller zu entzündlichen Erkrankungen kommen. Auch auf die Psyche hat die gesteigerte Zytokinproduktion Einfluss.
  

Eine positive Energiebilanz, also eine Zufuhr von Energie in Form von Nahrung, die den Bedarf des Körpers übersteigt, trägt zur Entstehung von Adipositas bei. Der Körper speichert nicht benötigte Kohlenhydrate und Fette in Fettzellen. Kommt es also über eine längere Zeit zu einer erhöhten Nahrungsaufnahme, vermehrt sich auch die Zahl der Fettzellen im Körper. Zunächst kommt es zu Übergewicht, gefolgt von Adipositas bis hin zur schwerwiegendsten Form, der Adipositas permagna. Verschiedene Faktoren können die Entstehung von Adipositas beeinflussen. Dazu gehören neben einem falschen Essverhalten und zu wenig Bewegung, auch das Vorhandensein anderer Erkrankungen oder die Einnahme von Medikamenten.

Diagnose Adipositas-Permagna

Bei der Diagnose von Adipositas spielen neben dem Gewicht, der Body-Mass-Index, die Fettverteilung und der Taillenumfang eine wichtige Rolle. Bei einem Body-Mass-Index von über 30 kg/m² spricht man von Adipositas. Liegt der Body-Mass-Index über 40 kg/m² lautet die Diagnose Adipositas permagna. Bei der Fettverteilung unterscheidet man zwischen dem weiblichen und dem risikoreicheren männlichen Fettverteilungstyp, der mit vermehrtem Bauchfett einhergeht. Eine Blutanalyse kann helfen, sowohl Erkrankungen, die die Adipositas begünstigen, als auch durch die Adipositas entstandene Folgeerkrankungen zu diagnostizieren. Auch eine Messung des Blutdrucks sowie ein Elektrokardiogramm können bei der Diagnose von Adipositas zum Einsatz kommen.

Therapie Adipositas-Permagna

Menschen mit einer schweren Adipositas ab einem Body-Mass-Index von 40 kg/m² werden in der Regel vom Arzt mit der Diagnose Adipositas permagna zum Chirurgen überwiesen. Es gibt verschiedene Operationsmethoden, die bei der Therapie von Adipositas infrage kommen können. Dazu gehören die Magenverkleinerung mittels eines Magenbandes, der Magenbypass und die Schlauchmagenoperation mit oder ohne duodenalen Switch. Alle diese Verfahren sollen dazu dienen, die aufgenommene Nahrungsmenge zu reduzieren und gegebenenfalls für eine verminderte Aufnahme von Nährstoffen wie Fetten in den Körper zu sorgen. Auch eine medikentöse Therapie mit Appetitzüglern oder Medikamenten, die eine Hemmung der Fettaufnahme im Magen-Darm-Trakt herbeiführen, ist unter Umständen möglich.